Ein echtes Haustier mit Fell

Fräulein Schmalzbrot und Billie Ballonfahrer wünschen sich ein Haustier. Eins mit Fell, die sind immer so schön warm und weich und wuschelig.

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„Was ist es denn für ein Tier?“, ruft Billie Ballonfahrer und hüpft aufgeregt auf und ab. „Ist es vielleicht ein Babykaninchen?“
„Nein“, antwortet Fräulein Schmalzbrot, „es ist eine Maus, und sie ist tot, Billie.“ Fräulein Schmalzbrot taucht langsam wieder aus dem Gebüsch auf.
„Eine Maus!“ Billie freut sich. „Mäuse finde ich auch sehr schöne Haustiere. Mitja hat Mäuse.“
„Billie“, Fräulein Schmalzbrot klopft sich ein bisschen Dreck von der Hose, „sie ist doch tot. Die geht nicht mehr als Haustier.“
Billie schüttelt entschieden den Kopf. „Ich glaub’ nicht, dass sie tot ist“, sagt sie zuversichtlich. „Ich glaube, sie schläft. Die krieg ich schon wieder wach.“ Billie schnappt sich einen Zweig, der im Gras liegt, und piekst die Maus ordentlich in die Seite. Die Maus rührt sich nicht, und Billie Ballonfahrer wendet sich nachdenklich zu ihrer Schwester um. „Du, Fräulein Schmalzbrot“, fragt sie, „wie heißt das noch mal, wenn man ganz tief schläft und überhaupt nicht aufwachen will?“
„Meinst Du Koma?“, fragt Fräulein Schmalzbrot und runzelt die Stirn. „Ich weiß nicht, ob es so was bei Mäusen überhaupt gibt!“ 


Nachmacher, Nachmacher!

Fräulein Schmalzbrot ist wütend. Alles muss die dämliche Billie ihr nachmachen. Sie hat ja kaum noch Kleider, die Billie nicht hat.

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Auf einmal kommt ihr eine wundervolle Idee:  Kaputt müssen Billies Sachen ja gar nicht sein, aber…dreckig! Immer wenn Fräulein Schmalzbrot etwas Schickes anziehen will, könnte Billies gleiche Kleidung ja zufällig in der Wäsche sein.
Fräulein Schmalzbrot schleicht sofort in den Garten und holt Erde. Über saubere Kleider im Wäschekorb würden Mama und Papa sich ja wundern, und sowieso soll man nur dreckige Sachen waschen. Wegen der Umwelt.
Sie stibitzt ein paar von Billies gleichen Sachen aus dem Schrank und bearbeitet sie ordentlich mit feuchter Erde. Na, die müssen aber wirklich gewaschen werden, denkt Fräulein Schmalzbrot und legt schon mal die Kleider zurecht, die sie dann in den nächsten Tagen anziehen kann.


Allein mit Eltern

Fünf Jahre war Fräulein Schmalzbrot allein mit Mama und Papa, bevor Billie Ballonfahrer zur Welt kam. Darauf ist Billie schon immer ein bisschen neidisch gewesen. Als Fräulein Schmalzbrot auf Klassenfahrt geht, kann sie endlich ausprobieren, wie das ist: Allein mit Eltern.

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Endlich ist Fräulein Schmalzbrot weg, und Billie kann loslegen.
„Papa, spielst du mit mir?“ fragt sie. Papa sitzt gerade am Klavier, und das ist leider schlecht, denn davon kann man ihn nur schwer weglocken. Immerhin guckt er hoch und lächelt freundlich: „Was willst du denn spielen, Billie?“
„Ich will Herdentreffen mit den Einhörner spielen“, sagt Billie und scharrt ein bisschen mit ihrem Fuß auf dem Boden. 
„Oh Gott, nein“, Papa sieht richtig entsetzt aus, „meinetwegen können wir spielen, aber nichts, wo ich ein Einhorn sein muss oder ein Arzt oder irgendwas in der Richtung.“ 
„Was denn dann?“ fragt Billie genervt. Dass Papa und Mama nie Lust zu ihren Lieblingsspielen haben! Spiele, die Papa vorschlägt, sind meistens langweilig und man braucht einen Würfel. 
„Mensch ärgere Dich nicht, vielleicht?“ Papa blättert in den Noten. „Lass mich nur noch fünf Minuten hier weitermachen, dann komme ich zu Dir.“